Kommunale Klimaschutz Initiative

Die Bundesregierung hat sich anspruchsvolle Klimaschutzziele gesetzt:

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sollen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert werden. Ein wichtiger Beitrag kann dabei in Kommunen und im kommunalen Umfeld geleistet werden.

Im Bereich der Abfallbewirtschaftung des Landkreises stellt die optimale Erfassung der klimarelevanten Methangase im Rahmen der Nachsorge von Deponien ein wichtiges Handlungsfeld dar, so dass die Umsetzung folgender vom Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten Modellprojekte im kommunalen Klimaschutz einen wesentlichen Beitrag zur schrittweisen Erreichung der Treibhausgasneutralität von Kommunen leisten.

Projekt: Erstellung einer Potentialanalyse für die Deponie Wesendorf, Landkreis Gifhorn, als Klimaschutzteilkonzept im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI); Förderkennzeichen 03K00180; Förderzeitraum 1.10.2014 – 30.09.2015

Die Hausmülldeponie Wesendorf wurde von 1983 bis Mitte 2005 als zentrale Abfallentsorgungsanlage des Landkreises Gifhorn betrieben und verfügt über eine Basisabdichtung mit Sickerwasserfassungssystem. Seit 2007 ist sie im Plateau- und seit 2012 im Böschungsbereich mit einer Kunststoffdichtungsfolie temporär abgedichtet. Im Zuge dieser Abdichtungsarbeiten wurde ein differenziertes Deponie-Bewirtschaftungssystem (Gasbrunnen, Infiltrationssystem) eingerichtet.

Die biologischen Abbauprozesse und die erfassbare Deponiegasproduktion haben nunmehr bis zum Jahr 2014 soweit abgenommen, dass eine Gasverwertung technisch und wirtschaftlich nicht mehr möglich ist. Gleichzeitig ist noch mit einer Deponieschwachgasproduktion über viele Jahre bzw. Jahrzehnte zu rechnen. Daher wird nun die Deponiebelüftung zur beschleunigten Reduzierung der bioverfügbaren Restorganik im Deponiekörper angestrebt. Dieses ermöglicht die Vermeidung langfristiger klimarelevanter Methanemissionen und bewirkt daher einen nachhaltigen Klimaschutz.

Mit der Erarbeitung einer Potentialanalyse verfolgt der Landkreis Gifhorn im Sinne der Nationalen Klimaschutzinitiative das Ziel, eine Entscheidungsgrundlage für die Deponiebelüftung und ein strategisches Planungsinstrument zur standortbezogenen Umsetzung des Deponiebelüftungsverfahrens zu schaffen. Damit soll die Treibhausgasproduktion durch Vermeidung langfristiger klimarelevanter Methanemissionen effizient und in einem überschaubaren Zeitraum erreicht werden.

Weitere Auskünfte beim Fachbereich Umwelt, Abteilung Abfallbewirtschaftung, Boden- und Immissoinsschutz (Tel.: 05371 82 – 775) sowie beim Büro IFAS, Hamburg.

Weitere Links:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Projektträger Jülich