Breitbandausbau

Sachstand zum Ausbau der Breitbandinfrastruktur

Eine ausreichende und zuverlässige Breitbandversorgung ist ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Wirtschaft und die Lebensqualität der Bevölkerung. Jedoch gestaltet sich dies besonders im ländlichen Raum, aufgrund der hohen Erschließungskosten und dem damit verbundenen „Marktversagen“, als große Herausforderung. Daher hat die Bundesregierung in der vergangenen und der laufenden Strukturförderperiode Fördermittel zur Verfügung gestellt, um den Ausbau der Breitbandinfrastruktur zu unterstützen und voranzubringen. Das Ausbauziel lautet jetzt bundesweit 50 Mbit/s.

Rückblick: Strukturförderperiode 2007 bis 2013 (Ausbauziel: 2 Mbit/s)

Der Landkreis Gifhorn hat gemeinsam mit seinen Gebietseinheiten an der Errichtung einer möglichst flächendeckenden Breitbandinfrastruktur gearbeitet. Seit Herbst 2009 hat der Landkreis Gifhorn Fördermittel für den Auf- und Ausbau der Breitbandinfrastruktur in zahlreichen Städten und Gemeinden beantragt und bewilligt bekommen. Hierbei wurden die Möglichkeiten hinsichtlich aller verfügbaren Förderprogramme ausgeschöpft.
Die ersten Netze wurden im Herbst 2011 in Betrieb genommen. Um für die Bevölkerung in den weiterhin unterversorgten Bereichen des Kreisgebietes schnelles Internet zu ermöglichen, wurden weitere Anstrengungen unternommen.

Zum Ende der Strukturförderperiode 2007 bis 2013 ist zu bilanzieren, dass Fördermittel für den Ausbau von 76 Orten eingeworben werden konnten. Alle Maßnahmen wurden bis Ende 2014 abgeschlossen.

Strukturförderperiode 2014 bis 2020 (Ausbauziel: 50 Mbit/s)

Damit die Bundesregierung ihr Ziel – eine flächendeckende Versorgung der Bundesrepublik Deutschland mit mindestens 50 Mbit/s bis Ende 2018 – erreichen kann, stellt sie aktuell Fördermittel in Höhe von bis zu maximal 15 Millionen Euro je Förderantrag zur Verfügung. Da der Bedarf an Bandbreite weiterhin kontinuierlich ansteigt, wurde 2016 eine Strategie für den Breitbandausbau im Landkreis Gifhorn entwickelt, die auch den künftigen Anforderungen der „Gigabitgesellschaft“ gerecht werden soll. Auch das Land Niedersachsen ist erheblich daran interessiert das Ausbauziel zu realisieren und unterstützt dieses mit maximal 5 Millionen Euro pro Förderantrag.

Für ein koordiniertes und geschlossenes Vorgehen hat der Landkreis Gifhorn Anfang des Jahres 2016 einen Arbeitskreis Breitband initiiert. Diesem gehören jeweils eine Vertreterin beziehungsweise ein Vertreter der zehn Gebietseinheiten sowie des Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen an. Die Koordination des Breitbandausbaus liegt beim Landkreis Gifhorn. Die Vertreter der Städte, Samtgemeinden und der Gemeinde Sassenburg begleiten die Planungen zum Breitbandausbau aktiv und fungieren als Multiplikatoren in den jeweilig zugehörigen Kommunen.

Um die Breitbandversorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gewerbetreibenden im Landkreis Gifhorn zu verbessern und nachhaltig zu sichern, hat der Landkreis Gifhorn im März 2016 die Durchführung einer Netzstrukturplanung in Auftrag gegeben. Ziel dieser Planung ist es, eine Ausbaustrategie für die unterversorgten Gebiete (laut Definition des Bundes < 30 Mbit/s) auszuarbeiten, die anschließend realisiert werden soll. Wichtige Bestandteile der Planung sind die Wirtschaftlichkeitsberechnung und die Erstellung eines Finanzierungsplans. Bereits im Vorfeld hat der Landkreis Gifhorn im Januar 2016 ein Markterkundungsverfahren durchgeführt um damit die Ausbaupläne privater Netzbetreiber für die nächsten drei Jahre abzufragen und sicherzustellen. Diese Maßnahme ist notwendig, um einen Antrag auf Förderung stellen zu können. Das Markterkundungsverfahren dient zur Ermittlung der weißen Flecken des Kreisgebietes, die trotz einer vorliegenden Unterversorgung nicht eigenwirtschaftlich durch einen privaten Netzbetreiber ausgebaut werden. Nur diese weißen Flecken dürfen im Zuge eines vom Bund geförderten Breitbandausbaus tatsächlich berücksichtigt werden.

Das beauftragte Planungsbüro begann Anfang April 2016 mit der Durchführung der Netzstrukturplanung. Von April bis Juli wurde eine Bestandsaufnahme in den unterversorgten Gebieten des Landkreises durchgeführt, zu der auch umfangreiche Ortsbegehungen zur Erkundung der Gewerbe- und Wohneinheiten zählten. Dokumentiert wurde dabei neben der Anzahl der Gewerbe- und Wohneinheiten lediglich die Oberflächenbeschaffenheit für etwaige Tiefbaumaßnahmen zur Kabelverlegung.

Die Ergebnisse der NGA-Strukturplanung wurden am 18.10.2016 im Kreistag präsentiert. Dort wurde der Beschluss gefasst, dass der Landkreis Gifhorn in den weißen Flecken einen FTTB-Ausbau (Glasfaser bis ans Haus) im Betreibermodell durchführen wird. Um das Projekt effizient zu verwirklichen, wurde im gleichen Zug der Gründung eines Regiebetriebes Breitbandausbau zugestimmt. Der Regiebetrieb setzt sich aus Vertretern des Landkreises und der kooperierenden Gebietskörperschaften zusammen. Er vereinfacht die Kommunikation und die Koordination des Projektablaufs auf kreisweiter Ebene.

Am 28.10.2016 hat der Landkreis Gifhorn 15 Millionen Euro als Zuschuss beim Bund und am 10.11.2016 5 Millionen Euro beim Land Niedersachsen beantragt. Die Bundesfördermittel wurden am 21.03.2017 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in voller Höhe bewilligt. Vom Land Niedersachsen ist der vorzeitige Maßnahmebeginn erteilt wurden. Das Projekt ist mit einer Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro netto verbunden.

Seit Juli 2017 stehen dem Landkreis Gifhorn ein Rechtsbeistand und ein technisches Ingenieursbüro als Berater zur Seite. Die Aufgabe beider Beratungsunternehmen ist es den Landkreis bei der Projektabwicklung in juristischer beziehungsweise technischer Hinsicht zu unterstützen.

Das Ausbauprojekt des Landkreises wird im Zuge des Betreibermodells durchgeführt. Dabei wird das errichtete Breitbandnetz an ein Unternehmen mit nachgewiesenen Referenzen und Kompetenzen in der Telekommunikationsbranche verpachtet. Während der Landkreis der Netzeigentümer bleibt, übernimmt der Pächter den alltäglichen Betrieb und die technische Betreuung des Netzes. Die Dauer der Pacht ist auf 25 Jahre festgesetzt.

GIFFInet – Landkreis Gifhorn Fast Internet: Die digitale Zukunft im Gigabit-Zeitalter

Nach intensiver Vorbereitungs- und Entwicklungsphase verkünden der Landkreis Gifhorn und die net services GmbH & Co. KG die regionale Marke unter dem das kreiseigene Glasfasernetz betrieben wird. Mit GIFFInet – Landkreis Gifhorn Fast Internet erhalten alle Bürgerinnen und Bürger deren Adresse im unterversorgten Projektgebiet liegt, die Möglichkeit einen gigabitfähigen Anschluss zu ordern.

Die Marke GIFFInet wird vom Pächter des kreiseigenen Netzes, der net services vertrieben. Am 17.04.2018 erhielt die net services GmbH & Co. KG den Zuschlag für den Betrieb und die Vermarktung des Landkreisnetzes. Die net services GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Flensburg ist ein Unternehmen der net group Beteiligungen, einem der führenden Spezialisten für Kommunikationsdienstleistungen in Deutschland. Als unabhängiger Infrastruktur-Dienstleister realisiert das Unternehmen mit einem bundesweiten IP-Netz innovative Lösungen rund um Breitband-Internet, IP-Telefonie und Digital-TV. Zu den Kunden zählen Kabelnetzbetreiber, Energieversorger und City Carrier, die Wohnungswirtschaft sowie Ämter und kommunale Einrichtungen.

Die Vorvermarktung beginnt!

Um die Wirtschaftlichkeit der Errichtung des kreiseigenen Glasfasernetzes sicherzustellen, erfordert die Umsetzung des Breitbandnetzes eine Mindestanzahl von Hausanschlüssen.

In insgesamt fünf Vermarktungsclustern wird GIFFInet in allen Teilen des Kreisgebietes eine Vermarktungsphase durchführen.

Die fünf Vermarktungscluster setzen sich wie folgt zusammen:

Erstes Vermarktungscluster: Stadt Wittingen, Gemeinde Sprakensehl, Gemeinde Hankensbüttel, Gemeinde Obernholz

Zweites Vermarktungscluster: Samtgemeinde Wesendorf, Gemeinde Steinhorst, Gemeinde Dedelstorf

Drittes Vermarktungscluster: Samtgemeinde Meinersen, Samtgemeinde Brome, Gemeinde Barwedel

Viertes Vermarktungscluster: Stadt Gifhorn, Gemeinde Sassenburg, Samtgemeinde Isenbüttel

Fünftes Vermarktungscluster: Samtgemeinde Papenteich

Die Vorvermarktung erfolgt nacheinander und in der angegeben Reihenfolge. Hintergrund der Festlegung dieser Reihenfolge ist, dass zur Erschließung der Haushalte zwei Einspeisepunkte benötigt werden. Über diese Einspeisepunkte führt der Netzbetreiber die aktive Glasfaserinfrastruktur in den Landkreis und macht die Gigabitfähigkeit damit möglich. Die Einspeisepunkte können über eine Mitverlegungsmaßnahme gelegt werden. Dies erspart dem Landkreis zusätzliche Projektkosten.

Um die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus sicher zu stellen, ist in jedem Cluster eine Anschlussquote von mindestens 40% erforderlich. Diese Quote wird erreicht, in dem genügend betroffene Haushalte aus den weißen Flecken einen Vorvertrag inklusive eines Produktes bei GIFFInet abschließen und buchen. Die Vorvermarktungsphase wird in jedem Cluster etwa zwei bis drei Monate an Zeit in Anspruch nehmen.

Für diese und weitere Informationen steht Ihnen die Homepage von GIFFInet zur Verfügung.

Ausblick zum weiteren Projektverlauf

Im November 2018 erteilte der Landkreis Gifhorn nach erfolgter europaweiter Ausschreibung der Planungsleistung der KIRCHNER Gruppe aus Stadthagen den Zuschlag für die Anfertigung der Detailplanung des künftigen Glasfasernetzes. Als Basis dient hierzu die NGA-Netzstrukturplanung aus dem Jahr 2016. Sobald die Anfertigung der Planung abgeschlossen ist, können die Tiefbaumaßnahmen europaweit ausgeschrieben und anschließend beauftragt werden.

Im Anschluss an das derzeitige Ausbauprojekt der weißen Flecken ist der Landkreis daran interessiert auch die noch als versorgt geltenden Gebiete, die sogenannten schwarzen Flecken, an das Breitbandnetz des Landkreises anzuschließen. Bevor dies möglich ist, muss jedoch auf EU- oder Bundesebene eine Anhebung der Aufgreifschwelle (derzeit < 30 Mbit/s) beschlossen werden.

Liegen Sie im Projektgebiet des Landkreises Gifhorn? Machen Sie den Verfügbarkeitscheck unter www.GIFFInet.de!

Einen Überblick zur Förderung des Breitbandausbaus bietet die Broschüre Breitband für Niedersachsen.

Mehr Informationen zur Breitbandinitiative Niedersachsen erhalten Sie vom Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen.

Ansprechpartner
Herr Jörg Burmeister
10.2 Wirtschaftsförderung
Schlossplatz 1
38518 Gifhorn
E-Mail: joerg.burmeister(at)gifhorn.de
Telefon: 05371 82-404

Herr Marcel Otte
10.2 Wirtschaftsförderung
Schlossplatz 1
38518 Gifhorn
E-Mail: marcel.otte(at)gifhorn.de
Telefon: 05371 82-412

Herr Jan-Peter Dralle
10.2 Wirtschaftsförderung
Schlossplatz 1
38518 Gifhorn
E-Mail: jan-peter.dralle(at)gifhorn.de
Telefon: 05371 82-272

Frau Susanne Lampe
10.2 Wirtschaftsförderung
Schlossplatz 1
38518 Gifhorn
E-Mail: susanne.lampe(at)gifhorn.de
Telefon: 05371 82-479