Anerkennung Vaterschaft

Anerkennung der Vaterschaft


Die Anerkennung der Vaterschaft kann beim Standesamt oder im Fachbereich Jugend erfolgen. Hier erfolgt die Beurkundung nur nach Terminvereinbarung.


Die Anerkennung der Vaterschaft wird nur wirksam, wenn die Mutter innerhalb eines Jahres urkundlich zustimmt. Falls die Mutter nicht die elterliche Sorge ausüben kann, z.B. weil sie noch minderjährig ist, bedarf ihre Erklärung der Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter.


Mit der Anerkennung der Vaterschaft wird zwischen Vater und Kind die Verwandtschaft mit allen rechtlichen Konsequenzen begründet. Das beinhaltet eine Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind, ggfs. auch über die Volljährigkeit hinaus. Ferner kann die Mutter des Kindes vom Vater im Bedarfsfall Unterhalt vor und nach der Geburt verlangen; unter bestimmten Voraussetzungen kann der Unterhaltsanspruch wegen Betreuung des Kindes mindestens drei Jahre nach der Geburt bestehen.


Durch die Anerkennung der Vaterschaft entsteht ein gegenseitiges Erbrecht.


Der Vater ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Der Umgang mit dem Kind kann im Konfliktfall vom Familiengericht geregelt, aber nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.


Das Kind trägt grundsätzlich den Namen der Mutter als Geburtsnamen. Bei gemeinsamer Sorge entscheiden die Eltern, welchen Namen das Kind als Geburtsnamen erhält. Besteht die gemeinsame Sorge schon zum Zeitpunkt der Anmeldung der Geburt, wird die Namensbestimmung durch die Eltern anlässlich der Anmeldung gegenüber dem Standesamt ausgeübt. Treffen die Eltern hierbei ausdrücklich keine Namensbestimmung, ist diese durch beglaubigte Erklärung gegenüber dem Standesamt binnen eines Monats nachzuholen.


Führt das Kind hingegen zunächst von Gesetzes wegen den Namen der allein sorgeberechtigten Mutter als Geburtsnamen und wird anschließend die gemeinsame Sorge begründet, kann der Name des Kindes innerhalb von drei Monaten durch die Eltern neu bestimmt wer-den.


Auch bei Alleinsorge kann das Kind, wenn der Vater damit einverstanden ist, durch formgültige Erklärung der Eltern gegenüber dem Standesamt den Nachnamen des Vaters erhalten.


Bei Fragen zum Namensrecht wenden Sie sich bitte an das Standesamt.


Das Sorgerecht für das Kind nicht miteinander verheirateter Eltern steht grundsätzlich allein der volljährigen Mutter zu. Ein gemeinsames Sorgerecht kann begründet werden, wenn beide Elternteile in öffentlich beurkundeter Form erklären, die Sorge gemeinsam ausüben zu wollen. Die Beurkundung erfolgt durch das Jugendamt nach Terminvereinbarung.


Verweigert ein Elternteil die Abgabe einer Sorgeerklärung, kann das Familiengericht auf Antrag des anderen Elternteils den Eltern die Sorge für ihr Kind gemeinsam übertragen, wenn dies dem Kindeswohl entspricht. Auch tritt die gemeinsame Sorge von Gesetzes wegen ein, falls Mutter und Vater heiraten.


Grundsätzlich kann eine Vaterschaftsanerkennung nicht wirksam werden, solange noch die Vaterschaft eines anderen Mannes rechtswirksam besteht, z.B die des Ehemannes der Mutter. Das Gesetz macht hiervon eine Ausnahme: Ist das Kind nach Einleitung eines Scheidungsverfahrens (Antrag muss bei Gericht eingegangen sein) zwischen der Mutter und deren Ehemann geboren, kann auch ein anderer Mann die Vaterschaft anerkennen. Dies muss aber spätestens bis zum Ablauf eines Jahres nach Rechtskraft der Scheidung geschehen. In diesem Fall wird die Vaterschaftsanerkennung wirksam, wenn ihr auch der frühere Ehemann der Mutter zustimmt.


Die Vaterschaft kann grundsätzlich nicht widerrufen werden. Ausnahmsweise gibt es ein Widerrufsrecht für den Vater, wenn die Anerkennung nach einem Jahr noch nicht wirksam geworden ist, z.B. weil eine erforderliche Zustimmung hierzu noch fehlt.


Die Vaterschaft kann gerichtlich angefochten werden, wenn Umstände bekannt werden, die gegen die Vaterschaft sprechen. Eine solche Anfechtung ist nur binnen einer Frist von zwei Jahren möglich. Die Frist beginnt, sobald dem Vater die gegen die Vaterschaft sprechenden Umstände bekannt werden. Auch die Mutter oder das Kind können die Vaterschaft anfechten.


Die Vaterschaft wird rückwirkend unwirksam, sobald durch das Gericht festgestellt wurde, dass der Anerkennende nicht der Vater des Kindes ist.


Bei ausländischer Staatsangehörigkeit eines oder mehrerer Beteiligter und nicht ausreichender Deutschkenntnisse wird die Beurkundung nur mit einem Dolmetscher durchgeführt. Über die Rechtsfolgen der  Anerkennung der Vaterschaft nach deren Heimatrecht, z.B. hinsichtlich des Namens oder der Staatsangehörigkeit des Kindes, wird nicht beraten. Im Zweifel können hierüber Auskünfte bei der Auslandsvertretung des betreffenden Staates eingeholt werden. Auch erteilen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Standesämter Auskunft hierüber.


Eine telefonische Terminvereinbarung ist möglich unter Tel. 05371 820 oder per Email an die Ansprechpersonen in der Beistandschaft.


Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Nachnamen des Kindes, bei Beurkundungen vor Geburt nach dem Nachnamen der Mutter. Die für Sie zuständigen Ansprechpersonen finden Sie hier:


Sachbearbeitung Beistandschaften