Zusammenfassung der aktuellen Lage im Landkreis Gifhorn

veröffentlicht: am 02.04.2020     Presseinformation

Das neue Coronavirus SARS-CoV2 hat das tägliche Leben grundlegend verändert und greift in gewohnte Abläufe auch zwischen den Kommunalverwaltungen ein. Es stellen sich täglich neue Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden können. Hier ist die Information über getroffene Maßnahmen und neue Entwicklungen ein enorm wichtiger Baustein. Landrat Dr. Andreas Ebel hat den Stab Außergewöhnlicher Ereignisse beim Landkreis eingerichtet. Der Landkreis informiert über die dort getroffenen Entscheidungen.

Infektionszahlen

Das neue Coronavirus breitet sich auch im Landkreis Gifhorn weiter aus.

Am Montag, den 23.03.20 waren 38 Personen positiv auf das Virus getestet. Diese Zahl stieg bis Sonntag, den 29.03.20 auf 62 Personen. Bisher ist kein Todesfall zu verzeichnen. Bis zum 29.03.20 sind 192 Abstriche durch das Gesundheitsamt genommen worden. Die erhöhte Zahl an Erkrankungen ergibt sich auch daraus, dass externe Labore aus Tests in Hausarztpraxen und dem Coronamobil Ergebnisse gemeldet haben. Bisher sind der überwiegende Teil der Erkrankten aus Urlaubsregionen zurückgekommen. Ansteckungen innerhalb des Landkreises gab es nur wenige.

Verfügungen

Nach der schrittweisen Schließung von Schulen, von Gemeinschaftseinrichtungen, Theater, Restaurants, Geschäften und anderen Orten der Begegnung erfolgte mit der Verfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums am 23.03.20 eine neue Regelung mit weitgehenden Einschränkungen von sozialen Kontakten. Hiernach sind soziale persönliche Kontakte auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. In der Öffentlichkeit dürfen sich keine Gruppen von mehr als zwei Personen an einem Ort aufhalten und auch hierbei ist ein Mindestabstand zwischen den Beteiligten von 1,5 Metern einzuhalten. Ausgenommen sind nur Familienangehörige aus einem gemeinsamen Haushalt. Demnach sind auch private Feiern innerhalb der Wohnung sind nicht gestattet, sofern Personen dabei sind, die nicht in diesem Haushalt leben.

Diese Maßnahmen, die zunächst bis zum 18.04.2020 gelten, greifen in das Zusammenleben von Menschen erheblich ein. Sie sind jedoch zwingend erforderlich, um die Infektionskette des SARS Cov2-Virus zu unterbrechen und die drastische Zunahme von Erkrankungen an Covid-19 zu verhindern.

Durchsetzung der Verfügungen

Die Bevölkerung im Landkreis Gifhorn verhält sich ausgesprochen besonnen und hält die Regelungen zur Beschränkung der sozialen Kontakte nahezu ausnahmslos ein.

Auch bei den Gewerbetreibenden, die durch die Schließung oder zumindest die drastische Einschränkung ihrer Betriebe gravierende Einbußen hinnehmen müssen, sind kaum Verstöße festzustellen.

Kontrollen werden hier neben den Einsatzkräften der Polizei auch durch Mitarbeitende der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden des Kreises sowie durch Mitarbeitende des Landkreises selbst durchgeführt. Bei 223 Kontrollen in der Zeit vom 20.03. bis 26.03.20 wurden nur zwei Verstöße durch die Gebietseinheiten festgestellt.

Information der Bevölkerung

Zur Information der Bevölkerung hat der Landkreis ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter der Nummer 0800 8282 444 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und am Wochenende von 8 bis 16 Uhr erreichbar ist. Rund 800 Bürgerinnen und Bürger haben von diesem Angebot bisher Gebrauch gemacht.

Als Ergänzung zu dem Bürgertelefon ist seit dem 27.03.2020 eine E-Mailadresse unter info-corona@gifhorn.de eingerichtet, über die Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen und Anregungen mitteilen können.

Selbstverständlich wird über regelmäßige Presseinformationen und über die Homepage und den Facebook-Auftritt des Landkreises umfassend und aktuell informiert.

Für Reiseheimkehrer auch aus Nicht-Risikogebieten hat der Landkreis auf seiner Homepage Informationen und ein Formular bereitgestellt. Diese Personen sollen sich beim Gesundheitsamt melden, um ein mögliches Risiko einer Infektion abzuklären.

Landrat Dr. Andreas Ebel ergänzt: „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind fast rund um die Uhr im Einsatz. Im Gesundheitsamt werden viele Verdachtsfälle getestet und Kontaktgruppen nachverfolgt. Außerdem kommunizieren wir auf allen Kanälen, sei es via Telefon, E-Mail oder online, mit den Einwohnerinnen und Einwohnern. Wir setzen darauf, dass die Kommunikation unter den Menschen im Landkreis weiterläuft, auch wenn der direkte persönliche Kontakt oft wegfällt. Die Fragen, die uns sehr häufig gestellt werden, stellen wir auf unserer Homepage ebenfalls zusammen.“

Koordinierungsarbeiten

Eine wesentliche Aufgabe des „Stabes außergewöhnliche Ereignisse“ ist es, mit allen Beteiligten, die zur Bewältigung dieser besonderen Lage beitragen können und müssen, Kontakt zu halten, Informationen auszutauschen, Materialbeschaffung und –bewirtschaftung abzustimmen und grundsätzliche Weichenstellungen vorzunehmen. Hier ist insbesondere der Kontakt in die Niedersächsischen Ministerien, zur Polizei, Feuerwehr, zu den Freien Sozialen Trägern, dem Träger des Krankenhauses und zu den Kommunen hervorzuheben. Daneben ist auch die Bundeswehr mit dem Kreisverbindungskommando ein wichtiger Partner.