Landkreis gibt Startschuss zur Verbesserung des ÖPNV im ländlichen Raum

veröffentlicht: am 14.05.2019     Presseinformation

Der Einsatz großer kostenintensiver Busse stößt gerade in ländlichen Strukturen oder zu Zeiten geringer Fahrgastnachfrage oftmals an seine Grenzen. Die Lösung hieß in der Vergangenheit meist "flexible Bedienungsformen". Auch im Landkreis  Gifhorn wird der Busverkehr der VLG auf einigen schwach nachgefragten Linien in den Ferien und am Wochenende durch Anruf-Linien-Taxen ersetzt. Hierbei werden die Fahrten mit kleinen Fahrzeugen, in der Regel Taxen, nach einem festen Fahrplan durchgeführt, allerdings nur, wenn sich ein oder mehrere Fahrgäste mindestens 1 Stunde vor Fahrtbeginn telefonisch angemeldet haben. Nachteil dieses Systems ist die Beschränkung der Fahrtmöglichkeit auf nur einzelne Fahrten am Tag sowie die Vorlaufzeit von mindestens 1 Stunde.

Der Landkreis Gifhorn prüft seit längerer Zeit, wie die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger mit dem ÖPNV insbesondere außerhalb der Zeiten des gut ausgebauten Schülerverkehrs verbessert werden kann. Der Aufsichtsrat der VLG hat nun unter Vorsitz von Herrn Landrat Dr. Ebel den Beschluss gefasst, dass die VLG ein Testfeld für die Einführung einer modernen flexiblen Bedienform, sog.  "On-Demand-Verkehre" prüft.
Bei diesen, neu auf dem Markt befindlichen Systemen kann der Fahrgast seinen Fahrtwunsch mit Hilfe einer App vorab anmelden.  Über einen im Betriebssystem hinterlegten Routenoptimierungsalgorithmus wird das nächste verfügbare, in der Nähe befindliche Fahrzeug geortet und für die Fahrt bebucht, wobei im Gegensatz zum Taxiverkehr mehrere Fahrtwünsche im Sinne einer Sammelbeförderung gebündelt werden.
Abhängig vom auszuwählenden Testfeld könnte beispielsweise ein Fahrgast, der am späten Abend von Gifhorn in den Nordkreis fahren möchte, den Bus bis Wesendorf benutzen und ab dort vom neuen System profitieren, indem ein Kleinbus oder ein Taxi die vorher angemeldeten Fahrgäste aufnimmt und auf kürzestmöglichem Weg weiter zu den einzelnen Gemeinden befördert.

Auch wenn das System momentan noch einen Blick in die Zukunft darstellt, hat der VLG-Aufsichtsrat mit dieser Entscheidung den Startschuss zur Fortentwicklung der flexiblen Bedienungsformen im Landkreis gegeben. Landkreis und VLG werden nun in Abstimmung  mit dem Regionalverband Großraum Braunschweig an der Konzeptionierung und Umsetzung solcher "On-Demand-Verkehre" im Rahmen eines Pilotprojektes arbeiten. Sollte das Testfeld auch den Fahrbereich von Bürgerbuslinien tangieren, wird hierzu eine enge Abstimmung mit den Betreibervereinen stattfinden.
Herr Dr. Ebel setzt auf den Start der Umsetzung in einem Testfeld nach den Sommerferien 2020. Sollte sich der Testbetrieb bewähren, ist eine anschließende Umsetzung in den verschiedensten Teilen des Landkreises denkbar. Herr Dr. Ebel betont: „Der Landkreis Gifhorn ist einer der ersten Landkreise, die ein solch zukunftsweisendes appbasiertes System zur flächendeckenden Versorgung der Bürger mit Mobilität testen wollen“.