Aktuelles Tierseuchengeschehen

Informationen zur Afrikanischen Schweinepest


Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Tierseuche, die durch ein Virus ausgelöst wird. Diese Krankheit, die sich innerhalb der Schwarzwildbestände verbreiten, aber auch Hausschweine betreffen kann, ist nicht bzw. nur schwer zu kontrollieren. Es gibt keine Immunität bei den Tieren. Aktuell gibt es auch keinen Impfstoff. Erschwerend kommt hinzu, dass das ASP-Virus sehr widerstandsfähig ist und den Verwesungsprozess übersteht; es verbleibt somit wochenlang im Kadaver eines verendeten Tieres. Eine Übertragung zwischen Tieren und Menschen erfolgt nicht, sie ist daher für den Menschen ungefährlich.


Auch wenn die ASP durch eine geringe Ansteckungsgefahr und niedrige Anzahl der infizierten Tiere im Bestand eine geringe natürliche Ausbreitungstendenz hat, ist es aber laut Expertenmeinung nur eine Frage der Zeit, wann die Seuche auch Deutschland, Niedersachsen oder den Landkreis Gifhorn erreicht. Die Rate der Todesfälle unter den infizierten Tieren ist sehr hoch. Der Tod tritt nach Infektion in 5 – 13 Tagen ein.


In folgenden Staaten tritt die ASP aktuell auf:


Russland, Ukraine, Weißrussland, Moldavien, Litauen, Lettland, Estland, Polen, Tschechien, Bulgarien, Belgien.


Neben der natürlichen Ausbreitung besteht eine bedeutende potentielle Gefahr, dass durch Reisende oder beruflich Tätige aus dem Baltikum und Polen mitgebrachte und mit dem ASP-Virus kontaminierte Lebensmittel an Fernverkehrsstraßen, auf Parkplätzen oder an sonstigen Raststellen entsorgt und so die heimischen Schwarzwildbestände infiziert werden.


Landrat Dr. Andreas Ebel macht deutlich: „Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen hätte weitreichende Folgen. Angesichts der hohen wirtschaftlichen Schäden bei einem Seuchenausbruch, insbesondere für die Nutztierhaltung, gilt es auch im Landkreis Gifhorn mit vereinten Kräften den Ausbruch der Seuche zu vermeiden.“


Bereits im August 2017 gab es Informationen zur Seuchenentwicklung in Tschechien. Als erste Reaktion wurden auf verschiedenen Wegen die Hege- und Schwarzwildringleiter sowie die Gifhorner Jägerschaft durch das Veterinäramt des Landkreises informiert. Darüber hinaus erfolgte die Ausgabe von Tupfern für die Probenname von Fallwild an die Hegeringleiter.


Mehrere positive Wildschweinfunde in Warschau und Umgebung im November 2017 bis heute zeigen, dass weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht. Herr Dr. Andreas Ebel, der Kreisjägermeister Jürgen-Hinrich Kohrs und Ernst-Dieter Meinecke als Vorsitzender der Jägerschaft Gifhorn betonen gemeinsam, dass als zentrale Maßnahme eine Bestandsreduzierung durch eine intensive Bejagung notwendig ist. Außerdem sind die Suche und die Probenentnahmen bei Fallwild geboten.


Fragen und Antworten zur ASP (190 KB)


Schutz vor Tierseuchen - was Landwirte tun können (255 KB)


ASP - Vorsicht bei Jagdreisen (9367 KB)


Weitere Informationen finden Sie hier:


Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft


Friedrich-Löffler-Institut


Tierseucheninformation Niedersachsen


Der Landkreis Gifhorn ist zurzeit frei von Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche (MKS), Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE), Schweinepest, Wildschweinepest, Geflügelpest, Tollwut.


MKS


Die Maul- und Klauenseuche (MKS) befällt eine Vielzahl von Nutztieren wie Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen und gehört aufgrund ihrer leichten Verbreitung und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung zu den gefährlichsten Tierseuchen überhaupt. Während sie in Deutschland seit 1988 nicht mehr aufgetreten ist, sind die zahlreichen Ausbrüche in Großbritannien im Jahr 2001 noch in Erinnerung.


BSE


Die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine Tierkrankheit, die zu Gehirnerkrankungen führt und in den letzten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland aufgetreten ist.


Tollwut


Die Tollwut ist eine Viruserkrankung, die neben Wildtieren, landwirtschaftlichen Nutztieren und Heimtieren auch den Menschen befallen kann. Seit vielen Jahren wurde bei der Untersuchung verstorbener, getöteter oder eingeschläferter Tiere das Virus im Bereich des Landkreises Gifhorn nicht festgestellt.


Von daher ist zwar Vorsicht geboten im Umgang mit den Tieren, aber bei einem Biss oder Kontakt mit einem auffälligen Tier muss keine große Sorge aufkommen. Die Wunde wird sauber gereinigt, desinfiziert, ggf. erfolgt eine Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus). Die Tollwutimpfung des Menschen ist in der Regel nicht erforderlich.


Weitere Informationen erhalten Sie bei einem praktizierenden Arzt.